Autor: kunstverein-nw

Art-Shop: Manfred Plathe – Misstraue der Idylle

„Misstraue der Idylle“ – Unter diesem Titel zeigt der in Neustadt lebende , auch überregional sehr bekannte Künstler Manfred E. Plathe , eine Auswahl von Arbeiten  innerhalb seiner Werkserie , die sich  mit dem Phänomen der „ Idylle“ auseinandersetzen . Plathe ist zudem langjähriges Mitglied und auch Vorstandsmitglied im Kunstverein Neustadt . 
 
Lt. Wikipedia bezeichnet der Begriff : IDYLL  , oder auch IDYLLE umgangssprachlich ein harmonisch verklärtes Bild oder auch einen Zustand , der auf den Betrachter beschaulich  und friedvoll wirken soll. Störende Objekte werden dabei häufig ausgeblendet , das „Schöne“ besonders hervorgehoben . Idyll wird oft auch als „Postkartenidyll“ bezeichnet, eine Idylle ,  die mitunter trügerisch sein kann . 
 
„Misstraue der Idylle , sie ist ein Mörderstück …“  schrieb schon Andre´Heller in seinem Emigrantenlied .
 
Plathe malt keineswegs schöne Landschaftsidyllen , sondern setzt das Thema in der für Ihn typischen Farb- und Formensprache mit einer eigenen Ikonografie zeitgemäß  um .
 
„Farbe wabert , vibriert und fliesst , zum Teil neon-schrill , über die Bildfläche.Gemalte und gesprayte Formen bilden Farbräume. Und zwischen all dem Abstrakten tauchen einzelne Motive auf : Der „walking man „ , der Hirsch , der Hochsitz, Schriftzüge wie „Idylle“ oder „we are connected“. Diese wiederkehrenden Elemente sind Plathes persönliche Ikonographie mittels derer er Störungen in den schönen Schein seiner aus informeller Geste , Pop- und Urbanart gesammelten Farbwelten setzt . „High energy“ ist der Titel sewiner jüngsten Werkserie und steht sogleich symptomatisch für den modernen Menschen. Der Mensch , diese ewig neugierig vorwärtsstrebende Kreatur, ist er möglicherweise auch nur ein röhrender Hirsch im Angesicht des Hochsitzes?„MISSTRAUE DER IDYLLE“ lautet die Aufforderung an den Betrachter.Plathes differenziertes „Sowohl- als auch“ liefert keine Antworten , gleichwohl sind seine Arbeiten auch als (selbst)ironische Kommentare zu verstehen, als Anstöße zum Fragen und Hinterfragen. Und am Ende sind alle wach!“  
Kim Behm, Kunsthistorikerin und Galeristin
 
Mehr über Manfred Plathe und sein Werk finden Sie hier
 

Öffnungszeiten:

Donnerstag & Freitag: 15 bis 18 Uhr
Samstag: 10 bis 15 Uhr
Sonntag: Nach Vereinbarung
 

Adresse:

ART-SHOP
Zwerchgasse 5   67433 Neustadt 

 

Vernissage

Termin: Donnerstag , 4.11.2021, um 19 Uhr

Einführung und literarischer Gast:  HANS GAREIS ( Verleger , Autor, Künstler ). Hans Gareis führt Sie in die Ausstellung und liest aus eigenen Texten rund um das Thema der Ausstellung.

Achtung! Der Besuch der Vernissage ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich.  Bitte melden Sie sich vorab per E-Mail an  manfredplathe@t-online.de an. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
 
Vielen Dank an den Rotary  Club Neustadt a.d.W.       /  ermöglicht durch den Verkauf des Rotary Adventskalenders 2020 
 

Vorstösse in neue Dimensionen – Fotografien von Susanne Neiss und Informelle Cutouts von Regina Reim

Der Kunstverein Neustadt a.d. Weinstraße ist bekannt durch seine Präsentationen ganz
außergewöhnlicher künstlerischer Positionen, u.a. durch Ausstellungsbeteiligungen von
Gerhard Richter und Georg Baselitz oder One-Man-Shows von Johannes Grützke
(1937-2017) über Yoshi Takahashi (1943-1998) bis Gunther Stilling (*1943). Jetzt also
reüssiert der 1955 gegründete Verein mit einem Ausflug in die informelle Malerei der
Pfälzer Künstlerin Regina Reim sowie in die Grenzbereiche analoger/digitaler
Fotografie von Susanne Neiß.

Von „inneren“ Bildern …

Susanne Neiß (*1971), Künstlerin aus der Metropolregion Rhein-Neckar und Dozentin an der
Freien Kunstakademie Mannheim (Lehrfach „Grundlagen der Wahrnehmung“) sowie
„Weldekunst“-Preisträgerin 1999, hat sich ganz dem Medium Fotografie verschrieben.

In ihren Fotos spiegeln sich (Irr)Lichter, dominieren Unschärfe und (Objekt)Verschiebungen,
die in ihrem abstrakten Zusammenspiel dem Betrachter faszinierende Einblicke in das so
freigelegte Innenleben ihrer Bilder eröffnen. Wobei sich – von der Künstlerin durchaus
gewollt – das Gesehene allenfalls nur erahnen lässt! Denn Vordergrund und Hintergrund der
verzerrten, von reflektierendem Licht überlagerten Gegenstände und räumlichen Motive
verschmelzen oft zu einem einzigen flächenhaft verteilten Konglomerat von meist nur
geringer Tiefenschärfe, was einen Wiedererkennungseffekt so gut wie unmöglich macht.

Die Freiheit der Bildinterpretation liegt letztlich beim Betrachter. Mehr analoge (!!!) und
neuerdings auch digitale Fotografie geht nicht! Und so heben sich ihre Fotokunstwerke – in
Zeiten zunehmender inhaltlicher Beliebigkeit und Verflachung (Smartphone-Knipserei!) –
wohltuend ab. Susanne Neiß arbeitet generell in thematischen Serien, bei denen sie auch –
einen neuen Ansatz verfolgend – „in verschiedenen Schritten die Fotos mit malerischen
Elementen kombiniert, die dann ganz bewusst weggehen von der reinen Fotografie“ (O-Ton
Susanne Neiß, 2017).

Susanne Neiss: Ohne Titel, aus der Serie „Drift“ (2020)  gerahmt 30 x 45 cm

… und „schwebender“ Malerei

Regina Reim (*1965), in der südwestdeutschen Kunstszene längst etabliert, überrascht und
überzeugt gleichermaßen durch ausgefeilte „Cutout“-Techniken sowie ihren souveränen
gestischen Umgang mit Farben und Formen. Bereits 2015 hatte sie sogenannte „Papercuts“ 
aus Radierungen objekthaft in Szene gesetzt oder als „Etching-Cutouts“ in Objektkästen
montiert (Serie „Passacaglia“) und so das „Informel“ entscheidend in die Dritte Dimension
weiterentwickelt. Ihre neueste Werkreihe von 2019, bestehend aus direkt auf die Leinwand
collagierten, „gemalten Cutouts“, kommt ohne Objektkästen aus und wirkt dennoch auf den
Betrachter wie schwebende vegetative Gebilde vor altmeisterlich gemaltem Hintergrund. Und
straft damit all diejenigen Lügen, die das Informel für eine längst abgeschlossene Episode der
Kunstgeschichte halten.

In Ihrem Werk lotet Regina Reim immer wieder „die Verbindungen zwischen der Bildenden
Kunst, der Musik und dem Tanz aus. Es ist ein Forschen nach den Gemeinsamkeiten und das
Entdecken und Überschreiten der jeweiligen Grenzen“. Eine künstlerische Position, die auch
künftig noch für so manche Überraschung sorgen wird.

Regina Reim: Birth of Paradise (2021) 110 x 145 cm

Fazit

Bei allem Unterschied der angewandten Medien und Techniken ist den beiden Künstlerinnen
eines gemein: Die Vorliebe für farbliche Schattierungen in all ihren Nuancen sowie das
Ausloten von Grenzbereichen, ob in der Malerei oder Fotografie. Eine außergewöhnlich
spannende Doppel-Präsentation von hoher künstlerischer Qualität mit ganz neuen
Sehgewohnheiten. Augenschmaus pur!
                                                                                                                 © Roland Heinzmann

Vernissage:

Freitag, 1.10.2021, 19 Uhr, Villa Böhm, Villenstraße 16b/  Maximilanstraße 25, 67433 Neustadt an der Weinstraße

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Donnerstag und Freitag jeweils 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag, jeweils 13 bis 18 Uhr

Link:  Kunstraum Metropal Ausgabe 4/21  – Artikel Vorstoesse in neue Dimensionen

Wir danken Roland Heinzmann herzlich für die Genehmigung zum Abdruck seines Artikels, der

im Magazin Kunstraum Metropol in der Ausgabe 4/21 erscheinen wird.

Klaus D. Litzel im ArtShop

40 Jahre Leben und kreatives Schaffen im Rhein-Neckar Raum – Diese Zeit hinterlässt viele Eindrücke und prägende Momente, die der Fotograf Klaus D. Litzel in seinen vielfältigen Werken festgehalten hat. Er zeigt ab dem 5.8. im ArtShop einen Querschnitt seiner Werke, die uns auf die Welt von gestern und heute für kurze Zeit durch seine Augen sehen lassen.

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Claudia Böheim im Artshop Neustadt

Wir freuen uns sehr, vom 6. bis zum 22. Mai  die Werke von Claudia Böheim in unserem Artshop präsentieren zu dürfen.

1972 in der Südwestpfalz geboren, lebt die freischaffende Künstlerin Claudia Böheim im südpfälzischen Waldhambach. Ihre abstrakt-informellen Arbeiten sind ausdrucksstark und farbintensiv. Überraschende Verbindungen auf der Leinwand lassen die Wahrnehmungen des Betrachters variieren und zeigen die Intensität, mit der die Künstlerin ihre Bilder erschafft.

 

Vernissage: 6.Mai 2021 , 19 Uhr
Musikalischer Gast: Cris Cosmo

Begrenzte Teilnehmerzahl & Anmeldung erforderlich!
Anmeldung möglich unter claudia-boeheim@gmx.de

Absolutschwelle – Ausstellung von Werken der Malerin Vera Hilger

Corona-bedingt findet die Vernissage mit begrenzter Teilnahmezahl statt.

Anmeldung unter info@kunstverein-nw.de   Alle Besucher*innen werden gebeten, Schutzmasken mitzubringen. Falls wegen aktualisierter Richtlinien zur Corona-Prävention die Vernissage oder die Ausstellung nicht stattfinden können, werden die Angemeldeten und die Presse rechtzeitig benachrichtigt.

„Eine ´Absolutschwelle` nennt man in der Psychologie die geringste Intensität eines Reizes, die zu einer berichtbaren Wahrnehmung beim Beobachter führt. Es ist das Minimum an physikalischer Energie, die eben noch eine sensorische Erfahrung hervorruft. In der Sinnesphysiologie wird diese sensorische Schwelle auch als Reizschwelle bezeichnet.“

Dieses Thema betitelt unsere aktuelle Ausstellung der Malerin Vera Hilger. Im folgenden Interview erklärt sie uns, wie die Absolutschwelle ihre Werke widerspiegelt und so zum Thema ihrer Ausstellung wurde.
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RECOLLECTION – eine Ausstellung von Falk Kastell

Dans-la-foret, Öl auf Leinwand, 2014 100x100cm

Zum Ausstellungstitel „Recollection“ (Rückbesinnung) bemerkt der Künstler Falk Kastell: „Die Renaissance besann sich auf die Werte der Antike, und so besinne ich mich auf die klassischen Werte der Ästhetik. Mit dieser Ausstellung möchte ich einen möglichen Weg der kunsthistorischen Weiterentwicklung zeigen. Die klassische Ästhetik funktioniert auch heute noch und berührt die Seele der Menschen. Darum geht es in guter Kunst.“
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„Junge Künstler*innen in der Villa“

Wie schon in den Vorjahren hat der Neustadter Kunstverein im Dezember 2019 künstlerisch tätige Menschen von 18 bis 35 Jahren, die in der Pfalz oder ihrem Umkreis wohnen, arbeiten oder geboren sind, über Medien und Hochschulen eingeladen, sich mit – diesmal – zwei Exponaten für eine Gemeinschaftsausstellung (14. 2. – 1. 3. 2020) in der stadteigenen Villa Böhm zu bewerben.

Thema und Technik der von 16 Künstlerinnen und Künstlern eingereichten Arbeiten konnten frei gewählt werden. Die Ausstellung zeigt unterschiedlichste künstlerische Ausdrucksformen und macht gegenwärtige Tendenzen beim künstlerischen Nachwuchs sichtbar. Die Arbeiten umfassen beispielsweise Werke in Acryl und Kohle auf Leinwand, Lackierungen, Fotografie, Radierungen, Zeichnungen, Mixed Media, Ölmalerei. Auf Grundlage der ausgestellten Werke wird durch den Vorstand des Kunstvereins ein Künstler/eine Künstlerin ermittelt, der/die als Preis innerhalb der kommenden zwei Jahre eine Einzelausstellung in der Villa Böhm erhält. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler sind (in alphabetischer Reihenfolge) Ulli Bothner, Alexander Gaer, Lina Marlene Götz, Hyein Jang, Falk Kastell, Eva Korn, Ann-Kathrin Krächan, Swantje Kunze, Vanessa Leininger, Diana Opoku, Alexandra Shakalian, Katharina Ritschi, Katharina Rumpf, Manuel Weiland, Eva Weinkötz und Kristina Yaroslavskaya. 

Vernissage:
Freitag, 14. Februar 2020, 19 Uhr, Begrüßung: Wolfgang Glass und Dr. Katharina Dück, Vorstand Kunstverein Neustadt

Ausstellung:
14. Februar bis 1.März 2020, Villa Böhm, Villenstraße 16b und Maximilanstraße 25

Öffnungszeiten der Ausstellung:
donnerstags und freitags, samstags und sonntags, jeweils 13 bis 18 Uhr

Jörg Heieck - Damascus

CRUX – Schnittstellen zwischen Natur und Mensch

Kunstverein Neustadt/Weinstraße zeigt Cyanotypien und Panoramaphotographien

von Jörg Heieck

Unterschiedlicher könnten die beiden Teile dieser Ausstellung nicht sein: Jörg Heieck, Künstler und promovierter Physiker, setzt menschenfernen, noch unberührten Eisöden und Wüsten zahlreiche von Menschen geprägte Stadtlandschaften entgegen und konzentriert sich bei dieser Werkgruppe auf urbane Kreuzungen und deren vielfältige kulturelle Merkmale und Zeichensysteme.

Der Ausstellungstitel CRUX deutet zugleich auf das Dilemma in der Interdependenz von Mensch und Natur hin: Die Öden und Wüsten sind zunehmend dem menschlichen Eingriff und ökologischem Raubbau ausgesetzt. Und umgekehrt verwandeln sich fruchtbare, von Menschenhand kultivierte Landstriche derzeit mit beängstigender Geschwindigkeit in Ödland. Was die Zukunft der Erde betrifft, so stehen wir an einem Scheideweg.

Auch die photographische Technik der beiden konträren Werkgruppen könnte unterschied-licher kaum sein. Die Eis- und Wüstenlandschaften hält Heieck in großformatigen Cyano-typien fest: in Eisenblaudrucken auf dickem Hahnemühle Büttenpapier, so dass sie fast wie gemalte Aquarelle mit ganz eigener Poetik wirken. Für die Straßenkreuzungen hat er in den Großstädten der Welt mit einer analogen Panoramakamera in Schwarz-Weiß photographiert.

Jörg Heieck, 1964 in Münster geboren, studierte Physik, Mathematik und Philosophie in Frankfurt (bei Friedrich Granzer) und Edinburgh (bei Peter Higgs). Als Wissenschaftler war er mehrere Jahre für Agfa, Kodak und das ITER Kernfusionsprojekt der Europäischen Kommission in Italien tätig. 1995 wurde er mit dem ITEK Award der amerikanischen Gesellschaft für Imaging Science ausgezeichnet. In Kaiserslautern lehrt er Physik und Photographie. Seine Arbeiten werden im In- und Ausland gezeigt. Heieck ist Autor vieler Bildbände und berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Er kuratiert und betreibt den Brownian Motion Art Space und engagiert sich in regionalen Kulturprojekten in Kaiserslautern und Saarbrücken.

Zur Neustadter Ausstellung „CRUX“ erscheint in der edition cantz der gleichnamige Bildband mit Werken von Jörg Heieck und einem einführenden Text von Hubert Portz, Autor und Galerist des Kunsthauses Désirée in Hochstadt, Pfalz

Vernissage: Freitag, 15. November 2019, 19 Uhr

Einführung: Bernd Barde, Vorstandsmitglied des Kunstvereins Neustadt an der Weinstraße e.V.

Musik: Stephan Baumann, modulare Techno- und Interaktive Toninstallation

Ausstellungsdauer: 15. November bis Sonntag, 1. Dezember 2019

Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 15-18 Uhr; Samstag und Sonntag 11-13 und 15-18 Uhr

Ort: Villa Böhm, Villenstr. 1b und Maximilianstr. 25, 67433 Neustadt an der Weinstraße

(Parkmöglichkeiten auf der Festwiese in der Wiesenstraße, 5 Minuten Fußweg bis zur Villa)